Die Bands vom Weser Label hatten Anfang bis Mitte der 80er Jahre eine ganz enge Beziehung zu Wiesbaden. Grund war der Getränkehandel ZickZack. Dieser hatte innerhalb der Lagerhalle einen Teil als Musikclub „ZickZack“ ausgebaut. Der Besitzer, Punkfan durch und durch, ermöglichte einer Menge neuer Bands Liveauftritte. Die Mimmis waren seit 1983 schon fast Hausband und so landete auch die Weser Label Festival Tournee „We are the champions“ 1986 in Wiesbaden. Hier tummelten sich Musiker von Barbarella aus Wiesbaden vor der Bühne und man drückte Fabsi eine Demo MC in die Hand. Das Label war begeistert, sah sich die Band Live an, sah auf der Bühne ein Klasse Konzert um die in Amerika geborene Sängerin Barbara Dunn und sie hatten auch direkt einen Single Hit im Gepack. „I´m on the top of the world“.
Musikalisch und vom Erscheinungsbild in Jeans, Turnschuhen und frisch heraus, erinnerte das stark an Blondie in den besten Zeiten und somit erschien 1987 die Single im gelben Vinyl. Eine großangelegte Radiopromotion brachte einen Achtungserfolg und mit diesem Schwung wurde das Album „You can`t keep good girl down“ angegangen. Leider kamen ungesehene Schwierigkeiten während der Produktion zustande und die Nerven lagen blank bis hin das ein gebrauchtes 24er Spur Band vom Studio benutzt wurde, wo dann Hintergrundgeräusche oder ganze Spuren nicht mehr vorhanden waren. Die Tournee war gebucht, die Platte musste raus und so versuchte man im neuen Vielklang Studio das Band irgendwie zu retten und verklagte währenddessen das alte Aufnahmestudio auf Schadenersatz. Zum ersten Konzert war das Album fertig und kam ohne Promotion zur Tour auf den Markt. Was keiner so richtig wusste, Barbara hatte sich dem Musical angenähert und als die ersten Auftritte kamen musste wir leider feststellen dass die Frische nicht mehr vorfanden sondern eine Sängerin in einem ungewohnten Abendkleid. Es ging Live also nach hinten los und es kam noch schlimmer. In erster Instanz bekam das Label gegenüber dem Studio vor Gericht Recht und man erhoffte das Studiogeld wieder zurück zu bekommen. In zweiter Instanz, trotz erstelltem Gutachten, wurde der Prozess verloren. Grund: Das Label hatte die Platte ja pressen lassen und deshalb kann es ja nicht so schlimm gewesen sein. Hätten wir lieber alles gestoppt aufgrund der Bandfehler, so wären uns Kosten von insgesamt 15.000DM erspart geblieben. Aber dafür waren wir alle zu sehr Liebhaber der Musik und wollten die Band nicht hängen lassen und ohne Album auf Tour schicken. Zu allem Überfluss kam dann noch ein Schreiben aus Holland das es eine Disco-Dance Band Namens Barbarella gibt. Wir trennten uns, die Band spielte noch ein paar Konzerte aber das Label war nicht verärgert denn Barbarella und deren Bandchef Charlie Zoller brachte uns den verrücktesten Plattendeal der Weser Label Geschichte ins Haus. Die Zusammenarbeit mit Eddie Constantine, unter Oldschool Krimifans auch als Lemmy Caution bekannt.



